Foto: A. Zelck / DRKS
  • Helfer vor Ort: professionelle ehrenamtliche Ersthelfer

    Sie sind professionell ausgebildete Ersthelfer:innen aus der Nachbarschaft: die Helfer vor Ort (kurz HVO) des DRK Remseck am Neckar. Ihre Aufgabe ist es, im Ernstfall, die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens oder des Notarzteinsatzfahrzeugs zu überbrücken. Die Helfer vor Ort arbeiten ausschließlich ehrenamtlich und übernehmen eine wichtige Funktion innerhalb der Rettungskette.

    Die Helfer vor Ort kommen immer dann zum Einsatz, wenn ein/e ehrenamtliche/r Helfer:innen schneller am Einsatzort sein kann als der Rettungsdienst oder aber, wenn das nächste Rettungsfahrzeug noch im Einsatz ist. Die Ehrenamtlichen übernehmen die Versorgung des Patienten bis der Rettungsdienst eintrifft. Sie führen lebenserhaltende Sofortmaßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch und betreuen Patient:innen. Dabei steht den Helfern vor Ort eine professionelle Notfallausrüstung zur Verfügung, die unter anderem ein AED (automatisch externer Defibrillator), Sauerstoff, Verbandmaterial und weiteres, lebensrettendes, Equipment enthält. 

    Die ehrenamtlichen Lebensretter fahren sowohl mit einem eigenen Einsatzfahrzeug, als auch mit ihren privaten PKW zur Einsatzstelle.

    Das Team

    Unser aktuelles HVO-Team besteht aus 8 ehrenamtlichen Helfern.

    v.l.n.r. Jens Abele, Tamara Abele, Uta Hofferbert, Sarah Mandel, Maike Wünsch, Lukas Lenk, Dirk Rusche, Martin Nitze

    Ausbildung der Helfer vor Ort

    Die ehrenamtlichen Lebensretter werden professionell ausgebildet und auf die Notfallsituationen in Fallsimulationen vorbereitet. Sie müssen mindestens einen Erste Hilfe Kurs mit 8 Doppelstunden sowie eine Sanitätsausbildung mit 64 Stunden ablegen. Eine gesonderte Schulung in der Herz-Lungen-Wiederbelebung, eine Einweisung in die Frühdefibrillation und regelmäßige Fachfortbildungen sind ebenfalls verpflichtend. Außerdem ist es für Mitarbeiter:innen des Rettungsdienstes ab der Qualifikation Rettungshelfer möglich, ebenfalls als Helfer:in auszurücken.

    Welche Kosten entstehen für den HvO-Dienst?

    Es entstehen Kosten für Aus-, Weiter,- und Fortbildungen der Helfer:innen, Beschaffung der Ausrüstungen (Rettungsrucksäcke, Defibrillator, Sauerstoff, Schutzkleidung usw.), Verbrauchsmaterial (bspw. Verbände, Desinfektionsmittel usw.) sowie Unterhaltskosten für das Einsatzfahrzeug.

Unterstützen Sie unsere Arbeit in Remseck

Das Equipment wird für die Helfer:innen ausschließlich durch Spenden finanziert - sie erhalten kein Geld durch Kommunen oder durch die gesetzlichen Versicherer. Deshalb benötigen wir Ihre Unterstützung um die laufenden Kosten finanzieren zu können. Schon mit einer kleinen Spende können Sie uns helfen, damit wir unseren Mitmenschen helfen können. Gerne stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus.

DRK Ortsverein Remseck am Neckar
Kreissparkasse Ludwigsburg

Stichwort: Helfer vor Ort
IBAN: DE39 6045 0050 0000 0494 94
BIC: SOLADES1LBG

  • Einsatzstatistik

    Einsatzgründe

    Wie läuft ein HVO-Einsatz eigentlich ab?

    Egal ob im privaten oder gewerblichen Umfeld – die freiwilligen Helfer:innen sind 24 Stunden, sieben Tage die Woche und 365 Tage für Sie im Einsatz. Aber wie genau funktioniert das?  

    Ein verregneter Montagmorgen im Dezember 2021. Frau Müller ist gerade dabei das gemeinsame Frühstück für sich und ihren Mann vorzubereiten. Herr Müller bereitet sich im Badezimmer auf die Arbeit vor. Plötzlich gibt es einen lauten Knall. Frau Müller eilt ins Badezimmer und sieht ihren Mann am Boden liegen. Er ist nicht ansprechbar – jetzt zählt jede Sekunde. Frau Müller eilt sofort zum Telefon und wählt den internationalen Notruf 112. Die Integrierte Leitstelle Ludwigsburg nimmt den Anruf innerhalb von wenigen Sekunden entgegen und erkundigt sich nach allen wichtigen Informationen.

    • Wo genau ist der Unfallort?
    • Was ist passiert?
    • Wie viele Verletzte gibt es?
    • Wer ist am Telefon?

    Ein Leitstellenmitarbeiter löst noch während des Telefonates mit Frau Müller den Alarm für den Rettungsdienst und die Helfer vor Ort Gruppe Remseck aus. Bis zum Eintreffen der qualifizierten Retter:innen wird der Mitarbeiter der Leitstelle am Telefon bleiben und Frau Müller erklären, wie sie ihrem Mann helfen kann. Parallel klingeln nun die Melder des Rettungsdienstpersonals und der freiwilligen Helfer:innen.

    Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens am Montagmorgen, wird der Rettungsdienst mindestens 12 Minuten bis zum Eintreffen an der Einsatzstelle benötigen.

    Auch Uta, Helferin vor Ort in Remseck, erhält den Alarm auf ihrem digitalen Meldeempfänger. Sie ist nur wenige Minuten von der Einsatzstelle entfernt. Sofort macht sie sich auf den Weg, um Familie Müller zu helfen. Sie setzt sich in ihren privaten PKW und fährt zur Einsatzstelle. Aber auch in Remseck staut es sich. Da Uta mit ihrem privaten PKW fahren muss und daher keine Sonder- oder Wegerechte in Anspruch nehmen kann, verliert sie wertvolle Sekunden. Parallel zu Uta fährt auch Dirk mit dem Einsatzfahrzeug der Helfer vor Ort zur Einsatzstelle. Mit diesem kann er Sonder- und Wegerechte in Anspruch nehmen und damit schnell am Einsatzort eintreffen.

    Nach etwa vier Minuten ist Dirk am Haus von Familie Müller angekommen. Uta trifft drei Minuten später ein. Beide nehmen die medizinische Ausrüstung mit ins Haus und beginnen direkt mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Uta teilt dem Leitstellenmitarbeiter am Telefon mit, dass sie nun eingetroffen ist und welche Lage sie vorgefunden hat. So können im Zweifel noch weitere Rettungskräfte alarmiert werden (zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall oder wenn Frau Müller aufgrund des Schocks auch eine rettungsdienstliche Behandlung benötigt).

    Uta und Dirk kämpfen gemeinsam mit der Ehefrau von Herrn Müller um dessen Leben. Erst nach weiteren sieben Minuten trifft der Rettungsdienst ein der, aufgrund der schlechten Verkehrsverhältnisse und fehlender Rettungsgassen, eine deutlich verzögerte Anfahrt zum Einsatzort hatte. Dirk übergibt den Patienten qualifiziert an den Rettungsdienst – alle Maßnahmen, Werte und Beobachtungen die er und Uta in ihrer Erstversorgung gemacht haben, bespricht er mit dem Rettungsdienstpersonal. Dieses kümmert sich nun um die weitere Versorgung von Herrn Müller.

    Für Dirk und Uta ist der Einsatz hier aber noch nicht vorbei. Frau Müller ist sichtlich mitgenommen von der Situation. Auch hier leisten die beiden professionellen Lebensretter:innen weitere Hilfe. Sie nehmen sich Zeit und erklären der aufgebrachten Ehefrau was nun passiert. Außerdem haben Uta und Dirk die Möglichkeit weitere Hilfsangebote zur Einsatzstelle anzufordern – beispielsweise die Notfallseelsorge.

    Dieses Beispiel sollte Ihnen zeigen wie ein Helfer vor Ort Einsatz abläuft. Natürlich gibt es hier viele verschiedene Szenarien – auch in Firmen, auf Sportveranstaltungen, oder in der Freizeit werden die ehrenamtlichen Ersthelfer regelmäßig eingesetzt.

    Klar ist: Es zählt jede Sekunde! Ein Stau oder eine rote Ampel kann im Zweifel wertvolle Sekunden oder Minuten für die adäquate Versorgung eines Patienten kosten. Unterstützen Sie uns bei der Fortführung unseres Projektes: Ein Helfer vor Ort Einsatzfahrzeug für Remseck. Danke für Ihre Spende!